Fragen & Antworten

Ausgangslage, Ziele und Prozess

Auf den Grundstücken an der Riedbachstrasse 8, 9, 10 und 12, wo heute die Migros, mehrere Detailhändler, eine Apotheke und die Band-Genossenschaft (BAND) zu finden sind, entsteht ein neues, lebendiges Zentrum. Die Projektverantwortlichen – Stadt Bern, Genossenschaft Migros Aare, Baugenossenschaft Brünnen-Eichholz und die BAND – beabsichtigen eine Entwicklung, die mehrheitlich preisgünstige und genossenschaftliche Wohnungen mit attraktiven Aussen- und Grünbereichen und weiterhin verschiedenen Einkaufs- und Gewerbeflächen kombiniert. Es entstehen zudem neue vernetzte, klimaaktive und multifunktionale Freiräume mit hoher Aufenthaltsqualität für Bewohnende und die Quartierbevölkerung.

Das Projekt soll mehrere Bedürfnisse beispielhaft erfüllen: die Sicherung der lokalen Quartierversorgung, die Bereitstellung von dringend benötigtem preisgünstigem und gemeinnützigem Wohnraum, die Schaffung von Arbeitsplätzen für Menschen mit Beeinträchtigung, die Verdichtung an gut erschlossener Lage und die Stärkung der Verbindung zwischen den umliegenden Quartieren.

Der Neubau des Migros-Supermarkts und zusätzlicher Einkaufsnutzungen sichert langfristig eine umfassende Nahversorgung des Quartiers. Neben neuen, gesamthaft rund 230 Wohnungen werden rund 500 Arbeitsplätze angeboten. Darunter etwa 400 Arbeitsplätze der BAND, die Menschen mit Beeinträchtigung in den Arbeitsmarkt integriert. Durch die neu unterirdische Anordnung der grossen Detailhandelsflächen können trotz baulicher Verdichtung des Areals öffentliche Freiräume zwischen den Gebäuden entstehen und eine neue wichtige Verbindung zwischen der Parkanlage Brünnengut und der Überbauung Tscharnergut geschaffen werden.

Damit erhält das «Zentrum Bethlehem» eine besondere Prägung: Es verbindet Wohnen, Arbeiten und Einkaufen an einem Ort, fördert Teilhabe und Inklusion im Alltag und schafft eine bessere Vernetzung im Quartier.

Das Projekt stellt einen wichtigen Baustein für die Umsetzung der langfristigen räumlichen Entwicklungsstrategie der Stadt Bern für das Quartier dar und setzt die Ziele und Vorgaben des Stadtentwicklungskonzepts Bern (STEK 2016) sowie des Masterplans Chantier Bethlehem West um. Der 2020 vom Berner Gemeinderat als behördenverbindlich verabschiedete Masterplan bildet dabei die zentrale Grundlage für alle Teilentwicklungen in Bethlehem West – damit auch für das vorliegende Projekt – und legt fest, wie sich das ganze Gebiet in den kommenden Jahren in den Bereichen Bebauung, Frei- und Sozialraum, Verkehr, Mobilität und Energie- und Wärmeversorgung gesamthaft entwickeln und weiter an Lebensqualität gewinnen soll.

Das «Zentrum Bethlehem» liegt an zentraler Lage im Westen der Stadt Bern, ist schon heute hervorragend mit dem Fuss- und Veloverkehr als auch dem öffentlichen Verkehr erschlossen und weist aktuell nur eine geringe bauliche Dichte sowie mehrheitlich monofunktionale Nutzung auf. Das Gebiet ist entsprechend auch im Regionalen Gesamtverkehrs- und Siedlungskonzept Bern-Mittelland als Umstrukturierungs- und Verdichtungsgebiet von regionaler Bedeutung ausgewiesen. Das geplante Projekt erfüllt mit seiner baulichen Dichte und Nutzungsvielfalt das Gebot der Siedlungsentwicklung nach innen bestmöglich: Neuer und zusätzlicher Wohn- und Arbeitsraum entsteht nicht auf einer unbebauten Fläche am Stadtrand, sondern an einem Ort, wo bereits Infrastruktur vorhanden ist. So werden Ressourcen und Boden geschont, Wege verkürzt, neue Freiräume geschaffen und bestehende Quartierstrukturen gestärkt.

Um die im Stadtentwicklungskonzept Bern (STEK 2016) und Masterplan Chantier Bethlehem West festgelegten städtischen Entwicklungsziele umzusetzen, ist aus baurechtlicher Sicht eine Nutzungsänderung notwendig. Die Stadt Bern hat sich zusammen mit den Projektträgerinnen daher entschieden, für das Areal eine Überbauungsordnung nach Art. 88 Baugesetz zu erarbeiten. Mit einer Überbauungsordnung kann nebst der Nutzung auch die Freiraumgestaltung und die städtebauliche Qualität des Bauvorhabens sichergestellt werden.

Genossenschaft Migros Aare
Die Genossenschaft Migros Aare gehört zu den regionalen Genossenschaften der Migros-Gruppe und ist im Wirtschaftsraum Bern, Aargau und Solothurn tätig. Sie betreibt ein breites Netz an Supermärkten sowie Fachmärkten und engagiert sich darüber hinaus in den Bereichen Gastronomie, Bildung und Freizeit. Als genossenschaftlich organisiertes Unternehmen steht sie für eine nachhaltige, verantwortungsbewusste Versorgung der Bevölkerung mit qualitativ guten Produkten zu fairen Preisen. Mit ihren Standorten ist die Migros Aare ein wichtiger Nahversorger und Arbeitgeber in der Region. Im Rahmen der Arealentwicklung Zentrum Bethlehem wird der bestehende Migros-Supermarkt durch einen Neubau ersetzt und durch weitere Retail-Angebote sowie Wohnnutzungen ergänzt. Der neue Standort gewährleistet die Quartierversorgung und entwickelt das Angebot zeitgemäss weiter. 
Genossenschaft Migros Aare

Band-Genossenschaft
Das Unternehmen BAND ist als Genossenschaft im Mehrheitsbesitz der Mitarbeitenden organisiert und setzt sich seit über 80 Jahren für die Integration von Menschen mit einer gesundheitlichen oder sozialen Beeinträchtigung in die Arbeitswelt ein. Sie beschäftigt rund 1000 Menschen an fünf Standorten. Davon arbeiten über 415 Mitarbeitende an geschützten Arbeitsplätzen. Rund 200 Klientinnen und Klienten befinden sich in einer beruflichen Abklärung oder Wiedereingliederung. Weiter werden circa 150 Lernende beschäftigt. Die BAND möchte ihren Betrieb weiterentwickeln und einen Teil auf das Entwicklungsareal Zentrum Bethlehem verlegen und dort rund 400 Arbeitsplätze anbieten. 
Band-Genossenschaft

Baugenossenschaft Brünnen-Eichholz 
Die Baugenossenschaft Brünnen-Eichholz wurde 1955 gegründet. Als professionell geführte, gemeinnützige Genossenschaft, verwurzelt in und gewachsen aus dem Berner Westen, setzt sie sich seither für die Erstellung und Vermietung von qualitativ gutem Wohn- und Lebensraum zu preisgünstigen Mieten ein. Mit ihren rund 2’000 Wohnungen zählt sie zu den grössten Wohnbaugenossenschaften der Stadt Bern. Ein grosser Teil ihrer Wohnungen liegt in den Quartieren Tscharnergut, Gäbelbach, Fellergut, Kleefeld, Brünnen, Holligen und Weissenstein-Neumatt. Der Fonds für Boden- und Wohnbaupolitik der Stadt Bern ist an der Baugenossenschaft Brünnen-Eichholz beteiligt. 
Baugenossenschaft Brünnen-Eichholz 

Fonds für Boden- und Wohnbaupolitik der Stadt Bern (Fonds)
Die Liegenschaften des Finanzvermögens der Stadt Bern befinden sich grösstenteils im Fonds für Boden- und Wohnbaupolitik. Er hat zur Aufgabe, Grundstücke für den Wohnungsbau zu erwerben, den Wohnungsbau zu fördern und Spekulation und Preissteigerung zu bekämpfen. Er bewirtschaftet über 2'500 Wohnungen. Der Fonds wird als Gemeindeunternehmen mit Sonderrechnung durch eine Betriebskommission geführt und muss eine nachhaltige Rendite abwerfen. Er ist die künftige Baurechtsgeberin des BAND und der Baugenossenschaft Brünnen-Eichholz.
Fonds für Boden- und Wohnbaupolitik der Stadt Bern (Fonds)

Der Planungsprozess erfolgte schrittweise unter Einbezug der Bevölkerung und ist bereits weit fortgeschritten. Ab Mitte 2018 hat die Stadt Bern ein Studienauftragsverfahren für das gesamte «Chantier Bethlehem West» durchgeführt und darauf aufbauend den behördenverbindlichen Masterplan erarbeitet, der vom Gemeinderat im März 2020 verabschiedet wurde. Quartierorganisationen, Verbände und Parteien sowie weitere Grundeigentümerschaften waren in den gesamten Prozess eng einbezogen und konnten dabei ihre Anliegen einbringen. Der Masterplan dient anschliessend 2022 als planerische Grundlage für einen Studienauftrag nach SIA-Ordnung 143 im selektiven Verfahren mit fünf Planungsteams für das «Zentrum Bethlehem», den das Team des Berner Architekten Rolf Mühlethaler in Zusammenarbeit mit extra Landschaftsarchitekten (ebenfalls aus Bern) und weiteren Fachbüros gewann. Vertreter:innen von Quartierorganisationen sowie die Nachbarschaft wurden auch in diesem Verfahrensschritt von den Projektträgerinnen miteinbezogen. Auf Grundlage des Masterplans und der Ergebnisse des Studienauftrags erstellte die Stadt Bern den Entwurf der Überbauungsordnung «Zentrum Bethlehem» und führte das vorgegebene Planerlassverfahren durch. Die Überbauungsordnung wurde Anfang 2026 öffentlich aufgelegt, Einsprachen gegen das Vorhaben gab es dabei keine, und voraussichtlich im November 2026 wird die Bevölkerung der Stadt Bern an der Urne darüber abstimmen.

Projekt

Auf dem rund 15’000 Quadratmeter grossen Areal West realisiert die Genossenschaft Migros Aare im nördlichen Teil einen neuen Supermarkt, den Mietende aus Detailhandel und Gastronomie sowie weitere gewerbliche Nutzungen ergänzen. Darüber entstehen rund 130 Wohnungen mit zwei bis fünfeinhalb Zimmern, wovon ein Drittel dauerhaft preisgünstig vermietet wird. Am südlichen Ende des Areals West – auf einem Baurechtsgrundstück des städtischen Fonds für Boden- und Wohnbaupolitik – schafft die gemeinnützige Baugenossenschaft Brünnen-Eichholz 70 bis 80 weitere preisgünstige Wohnungen. Insgesamt resultieren so gesamthaft rund 210 Wohnungen mit einer oberirdischen Geschossfläche (GFo) von 24’000 Quadratmetern im Teilareal West. Insgesamt wird mehr als die Hälfte dieser Wohnungen preisgünstig angeboten, was das Projekt zu einem Pfeiler der städtischen Wohnstrategie (Stichwort: Initiative «Für bezahlbare Wohnungen» / Wohn-Initiative bzw. Umsetzung von Artikel 16b Absatz 1 der städtischen Bauordnung BO) macht. Angrenzend an den Mittelplatz realisiert die BAND – ebenfalls auf einem Baurechtsgrundstück des städtischen Fonds für Boden- und Wohnbaupolitik – ein Gewerbegebäude mit rund 6’000 Quadratmetern GFo und Raum für rund 400 Arbeitsplätze.

Um die zukünftige Nutzung der Bestandsbaute an der Riedbachstrasse 9 (heute durch die BAND genutzt) zu klären, wurde eine Vertiefungsstudie beauftragt. Diese zeigt die städtebauliche, architektonische und technische Machbarkeit einer Umnutzung auf. Ziel ist es, die soziale und funktionale Vielfalt im «Zentrum Bethlehem» zu stärken. Über das weitere Vorgehen entscheidet die Stadt im Jahr 2026.

Nein. Die Verlagerung der BAND vom Teilareal Ost ins Teilareal West ist ein Kernelement der geplanten Arealentwicklung. Die BAND – ein vielseitiges Unternehmen mit Leistungen für Wirtschaft und Gesellschaft – zügelt in den südlichen Teil des Areals West, wo auf einem städtischen Baurechtsgrundstück neue Räume für Gewerbe, Dienstleistung und soziale Integration entstehen. An diesem Standort werden rund 400 Arbeitsplätze durch die BAND geschaffen, um Normalität in der Zusammenarbeit von Menschen mit und ohne Unterstützungsbedarf zu leben.

Nein, die BAND bleibt bis zur Fertigstellung des neuen Gebäudes in den bestehenden Räumlichkeiten an der Riedbachstrasse 9.

Im Endausbau wird Wohnraum für rund 550 Personen bestehen; diese Prognose basiert auf einer durchschnittlichen Belegung von 2,3 Personen pro Wohnung. Dazu kommen insgesamt rund 500 Arbeitsplätze, wodurch auf dem Areal künftig über 1000 Menschen leben und arbeiten werden. Mit einer Geschossflächenziffer (GFZo) von 1.95 und einer oberirdischen Geschossfläche (GFo) von rund 35’500 m² entsteht eine ebenso kompakte wie ausgewogene Bebauung mit angemessener städtischer Dichte, die sich harmonisch ins Stadtbild fügt.

Bei Um- und Neueinzonungen von Wohnzonen muss gemäss Artikel 16b Absatz 1 der BO  sichergestellt werden, dass mindestens ein Drittel der Wohnnutzung mit preisgünstigen Wohnungen oder durch gemeinnützige Trägerschaften bebaut und dauerhaft in Kostenmiete vermietet wird. Im «Zentrum Bethlehem» wird dieses Ziel übertroffen:  ein Drittel der Wohnungen der Genossenschaft Migros-Aare und 100% der Wohnungen der Baugenossenschaft Brünnen-Eichholz werden preisgünstig und in Kostenmiete angeboten werden.

Für den preisgünstigen Wohnraum definieren verbindliche Vereinbarungen zwischen der Stadt Bern und der Genossenschaft Migros Aare und der Baugenossenschaft Brünnen-Eichholz die Berechnung der künftigen maximalen Anfangsmietzinssumme. Diese wird aus 90% der Anlagekostenlimiten des Bundesamts für Wohnungswesen (BWO) sowie den Kosten für Kapitalverzinsung (inkl. Baurechtszins), Unterhalt, Erneuerung, Risiko, Lasten, öffentliche Abgaben, Verwaltungskosten und Amortisationen hergeleitet. Daraus resultieren für die preisgünstigen Wohnungen Nettomieten, welche die unter dem Durchschnitt vergleichbarer Neubauten in der Stadt Bern liegen.

Die Wohnungen in Kostenmiete sind selbsttragend und nicht subventioniert. Die künftigen Wohnkosten sind durch optimierte Bautechnik, klare Kostendeckung und den langfristigen Verzicht auf Gewinne aufgrund der Kostenmiete niedriger als bei Mietwohnungen ohne Verpflichtung zur Preisgünstigkeit und Kostenmiete.

Auf dem Areal West entstehen vier eigenständige, kompakte Baukörper mit drei bis max. zehn Vollgeschossen. Ergänzt werden sie durch kleinere Pavillons, die Raum für gemeinschaftliche oder gewerbliche Nutzungen und die Veloparkierung bieten sowie einen menschlichen Massstab schaffen. Diese Konzeption nimmt einerseits Bezug auf die benachbarten Bebauungsstrukturen, welche auf konzentrierten Bauvolumina in einem kontinuierlichen Freiraum basieren, und andererseits wird dadurch eine hohe Durchlässigkeit und mehr Freiräume geschaffen.

Für die Bestandsbaute an der Riedbachstrasse 9 auf dem Areal Ost wurde im Rahmen einer Vertiefungsstudie eine mögliche Umnutzung geprüft. Ziel ist eine Stärkung der Vielfalt im «Zentrum Bethlehem». Über das weitere Vorgehen entscheidet die Stadt 2026.

Auf dem Areal West werden die bestehenden Bauten mit den Einkaufsnutzungen von 1964 und die Parkplätze komplett zurückgebaut, damit die neue Überbauung möglich wird. Ein Erhalt oder eine Weiternutzung der am Ende ihrer Lebensdauer befindlichen Stahlbauten ist nicht zweckmässig und zielführend. Der «Re-Use» von Bauteilen wird im weiteren Projektverlauf geprüft.

Das heutige Gebäude der Band-Genossenschaft auf dem Areal Ost könnte, wie eine Vertiefungsstudie zeigte, als Bestand grundsätzlich erhalten, umgebaut und weitergenutzt werden. Gegen die Riedbachstrasse hin ist ein Ergänzungsbau für weitere Nutzungen denkbar.

Das neue «Zentrum Bethlehem» unterscheidet sich deutlich vom heutigen Zustand. Die bisher grossflächigen, wenig gegliederten und eingeschossigen Baukörper und versiegelten Flächen weichen einer offenen, durchgrünten, städtischen Bebauung mit klaren Strukturen, vielfältigen Nutzungen und guter Orientierung. Zwischen den Gebäuden entstehen neue Wege, Plätze und Grünflächen, die das Quartier besser vernetzen und zum Aufenthalt einladen. Durch die freiere Setzung der Baukörper, den Erhalt von Bäumen oder Wildhecken und eine Baum-Promenade an der Riedbachstrasse bekommt das Gebiet ein grüneres wie auch urbaneres Gesicht. Das Zentrum wirkt dadurch offener und einladender. 

Die Umsetzung des Projekts «Zentrum Bethlehem» im Teilareal West setzt verschiedene entgeltliche Landgeschäfte, Grenzänderungen und stadtinterne Abtretungen im nördlichen und südlichen Teil des Areals voraus. Geplant ist ein umfassendes Paket von Landgeschäften (Landtausch, Heimfallentschädigung, Abgabe im Baurecht und Entwidmung) zwischen den betroffenen Grundeigentümerinnen – dem städtischen Fonds für Boden- und Wohnbaupolitik (Fonds), der Stadt Bern (Tiefbau Stadt Bern) und der Genossenschaft Migros Aare – das vor der Volksabstimmung zur Überbauungsordnung abgeschlossen und gemeinsam mit dieser den zuständigen Organen vorgelegt wird. Auf dieser Grundlage sieht der Fonds – vorbehältlich der Zustimmung der zuständigen Organe – die Abgabe im Baurecht seiner Grundstücke im Teilareal West an die BAND zur Schaffung von neuen Gewerbe- und Dienstleistungsangeboten und der Baugenossenschaft Brünnen-Eichholz zur Schaffung von gemeinnützigem Wohnraum vor. Die entgeltliche Abgabe im Baurecht an die Baugenossenschaft Brünnen-Eichholz erfolgt dabei gemäss den städtischen Grundsätzen für gemeinnützige Wohnbauträgerschaften bei der Abgabe von Grundstücken im Baurecht. Die Finanzierung des Bauvorhabens erfolgt anschliessend vollständig durch die Genossenschaft Migros Aare, die BAND und die Baugenossenschaft Brünnen-Eichholz.

Die bestehende Liegenschaft im Teilareal Ost wird nach dem Umzug der BAND ins Teilareal West vom städtischen Fonds für Boden- und Wohnbaupolitik im Zuge eines vorzeitigen Heimfalls des bestehenden Baurechtes übernommen und anschliessend der skizzierten Entwicklung zugeführt.

Die Stadt Bern beteiligt sich hauptsächlich über den Landtausch, die Entwidmung, den Erwerb des Bestandesbaus der BAND und über die Abgabe der Baurechte und begleitende Infrastrukturprojekte. Städtische Mittel fliessen vor allem in die übergeordnete Umgestaltung der Riedbachstrasse gemäss Masterplan sowie nachrangig in Bezug auf die Entwicklung «Zentrum Bethlehem» in eine bessere Anbindung und Gestaltung der direkt angrenzenden öffentlichen (Frei-)Räume (rund 300’000 Franken). Dazu wurde zwischen der Stadt Bern und den Projektträgerinnen ein Infrastrukturvertrag abgeschlossen. Die Investitionen von rund 165 Mio. Franken (BKP 1-9, inkl. MWST, Genauigkeit ±15%) der Bebauung tragen allein die privaten und genossenschaftlichen Trägerschaften. So entsteht eine partnerschaftliche Finanzierung, bei der öffentliche und private Investitionen gemeinsam eine nachhaltige Quartierentwicklung ermöglichen.

Aus den Kennwerten des Projekts ergibt sich jährlich ein geschätzter Steuerertrag von rund 1.5 Millionen Franken von den natürlichen Personen, wozu noch die Erträge der künftigen Gewerbetreibenden und Unternehmen kommen. Weiter ist durch die Grundeigentümerinnen die durch die raumplanerische Massnahme gesetzlich geschuldete Planungsmehrwertabgabe an die Stadt Bern im Umfang von rund 6.9 Mio. Franken zu entrichten. Zudem stellen die jährlich durch die BAND und die Baugenossenschaft Brünnen-Eichholz zu entrichtenden Baurechtszinsen in der Höhe von 262’000 Franken pro Jahr wiederkehrende Einnahmen für den Fonds für Boden- und Wohnbaupolitik dar.

Neben der wirtschaftlichen Komponente ist auch zu berücksichtigen, dass das Projekt die lokale Versorgung stärkt, Arbeitsplätze schafft, den sozialen Zusammenhalt fördert und die nachhaltige Stadtentwicklung in Berns Westen unterstützt.

Nachbarschaft und Umfeld

Ja. Die Stadt Bern stimmt die Entwicklung des Zentrum Bethlehem mit der Schulraumplanung ab. Zu rechnen ist voraussichtlich mit rund 110 zusätzlichen Kindern im Quartier, die frühestens ab dem Schuljahr 2030/31 in den Kindergarten oder in die Schule eintreten. Diese Kinder finden Platz in den bestehenden Volksschulen Tscharnergut, Brünnen, Gäbelbach und Bethlehemacker. Die Schulpavillons Brünnen stehen als Reserve zur Verfügung und sichern den notwendigen Spielraum für künftige Anpassungen. Sofern im Quartier zum Zeitpunkt der Realisierung des Zentrums Bethlehem oder später zusätzlicher Bedarf für KITA-Plätze sowie weitere Betreuungsangebote besteht, können entsprechende Räumlichkeiten in den Arealen bereitgestellt bzw. Angebote geschaffen werden. So bleibt die Versorgung mit Schul- und Betreuungsangeboten auch nach der Realisierung der neuen Wohnbauten gewährleistet.

Der Genossenschaft Migros Aare ist es ein besonderes Anliegen, auch während der Bauphase die Versorgung mit Gütern des täglichen Bedarfs im Quartier sicherstellen zu können. Aktuell finden entsprechend Gespräche mit Grundeigentümern von nahen Parzellen statt, um ein Provisorium für einen Migros-Supermarkt während der Bauzeit zu ermöglichen. Weitere Informationen folgen zu gegebener Zeit.

Das Projekt sieht eine kompakte, aber ausgewogen gegliederte Bebauung mit mehreren mehrgeschossigen Gebäuden vor. Die beiden Gebäude mit zehn Vollgeschossen auf dem Arealteil West bilden städtebauliche Akzente und geben dem Quartier eine klare Identität. Die übrigen Gebäude bleiben niedriger und fügen sich ebenfalls in die Umgebung ein. Die freistehende Anordnung der Baukörper macht das Areal insgesamt hell und durchlässig.

Die Gebäude sind so angeordnet, dass trotz ihrer Höhe keine übermässige Beschattung von angrenzenden Wohnbauten entsteht. Sie lassen grosszügige Abstände und Durchgänge offen. Die umliegenden Freiräume werden gut besonnt und durchlüftet. Insgesamt gewährleistet die neue Anordnung die Lichtverhältnisse im Quartier und stärkt die räumliche Offenheit.

Das «Zentrum Bethlehem» liegt in einem städtebaulich sensiblen Umfeld, das teilweise unter Denkmalschutz steht. Das an das Areal Ost angrenzende Tscharnergut gilt als architektonisch und sozialhistorisch bedeutende Grosssiedlung der Nachkriegszeit und unterliegt dem Erhaltungsziel A des Bundesinventars der schützenswerten Ortsbilder (ISOS). Die Projektverantwortlichen arbeiten mit der Denkmalpflege zusammen und achten darauf, dass neue Bauten die Struktur und den Charakter dieses Ensembles respektieren und zugleich eine städtebauliche Weiterentwicklung ermöglichen. Für eine sorgfältige Annäherung an den Tscharnergut-Charakter bürgt die Erfahrung des Architekten Rolf Mühlethaler, der vor rund zehn Jahren an einer Sanierung im Tscharnergut beteiligt war. Für das bestehende Einkaufszentrum Bethlehem, eine typische Anlage der 1960er-Jahre, bestehen keine Erhaltungsziele.

Während der Bauphase sind Beeinträchtigungen für die Anwohnenden und die Quartierbevölkerung unvermeidbar. Dazu zählen vorübergehender Lärm, Staub, Einschränkungen bei der Verkehrsführung und mögliche Änderungen bei Zugängen zu öffentlichen und privaten Bereichen. Die Projektverantwortlichen sind sich dieser Belastungen bewusst und werden verschiedene Schutz- und Informationsmassnahmen umsetzen, um die Auswirkungen möglichst gering zu halten. Dazu gehören beispielsweise zeitliche Beschränkungen und Konzentration lärmintensiver Arbeiten, die konsequente Umsetzung von Staubbindungs- und Emissionskontrollen sowie die frühzeitige Information über wesentliche Bauphasen. Eine gute Baustellenlogistik und Verkehrsführung wird zudem in Absprache mit den städtischen Stellen gewährleistet werden, um Behinderungen im öffentlichen Verkehrsraum möglichst zu minimieren. Zusätzlich wird es Anlaufstellen für Anwohnerinnen und Anwohner geben, die während der Bauzeit als Ansprechpartner dienen und bei Problemen oder Fragen unterstützen. Insgesamt ist damit zu rechnen, dass die temporären Beeinträchtigungen zwar spürbar, jedoch durch geeignete Massnahmen – wie beispielsweise der Holz-Hybridbauweise – und eine transparente Kommunikation begrenzt werden, sodass die Lebensqualität im Quartier während der Bauzeit bestmöglich erhalten bleibt.

Klima, Biodiversität und Energie

Die Planung orientiert sich am Label «SNBS-Areal». Eine Zertifizierung wird angestrebt. Bewertet werden dabei Umwelt, Gesellschaft und Wirtschaft anhand konkreter Kriterien.

Das Projekt «Zentrum Bethlehem» setzt einerseits konsequent auf Entsiegelung und das Schwammstadt-Prinzip. Regenwasser wird nicht einfach in die Kanalisation geleitet, sondern vor Ort zurückgehalten, gespeichert und versickert. Durch Begrünungen von Dächern und Fassaden, Retentionsmulden und speziell gestaltete Baumgruben wird das Wasser genutzt, um das Mikroklima zu kühlen und die Vegetation zu versorgen. Die daran anschliessende Verdunstung vermindert die Hitze spürbar, was das Areal auch an heissen Tagen angenehmer temperiert und zur klimaresilienten Stadtentwicklung beiträgt. Zudem fördern diese Massnahmen die ökologische Vielfalt, indem sie Lebensräume für Pflanzen und Tiere schaffen und die Biodiversität steigern. Das Projekt verknüpft nachhaltige Wasserbewirtschaftung mit einer vielfältigen Grünraumgestaltung, was gleichermassen dem Klima, der Natur und dem Stadtbild zugutekommt. Andererseits wird auf eine hinreichende Beschattung durch Bäume und eine geschickte Eigenverschattung der Bauten und Freiräume geachtet.

Das Prinzip wird breitflächig sichtbar umgesetzt. Dachbegrünungen speichern Wasser, offene Versickerungsmulden entlang des Asylwegs und der Riedbachstrasse nehmen überschüssiges Dachwasser auf. Diese Retentionsmulden sind begrünt, ohne Umzäunung gestaltet und stauen maximal 20 Zentimeter Wasser. Viele Wege und Plätze bleiben unversiegelt und erhalten wasserdurchlässige Beläge. Das Regenwasser bleibt im natürlichen Wasserkreislauf. So entsteht ein robustes System, das Wasserhaushalt, Vegetation und Stadtraum verbindet. Dieses System vermindert auch die Belastung der Kanalisation bei Starkregen und trägt durch Verdunstungskühlung zur angenehmen Mikroklimatisierung des Quartiers bei. Die Schwammstadt ist damit ein zentraler Baustein für die klimaresiliente und biodiversitätsfördernde Stadtentwicklung im Projekt.

Die Stadt Bern verlangt im Projektperimeter gemäss Biodiversitätskonzept der Stadt Bern (2025) 20 Prozent Flächenanteil für naturnahe Lebensräume – diese Vorgabe erfüllt das Projekt. Wechselnde Lebensräume aus Wiesen, Gehölzen und wechselfeuchten Versickerungsflächen schaffen optimale Bedingungen für Flora und Fauna. Die bestehende Wildhecke und der Baumbestand werden, wo immer möglich, erhalten, andernfalls wird gleichwertiger Ersatz geschaffen. Auch die Durchlässigkeit und Vernetzung für Tiere wird berücksichtigt. Rampen ersetzen Treppen, die für Kleintiere wie Igel oft unüberwindbare Hindernisse darstellen, und sichern die Verbindung zwischen Lebensräumen. Diese Kombination stärkt das ökologische Netzwerk und macht die Umgebung artenreicher und lebendiger.

Das Zentrum Bethlehem wird vollständig an das Fernwärmenetz der Energie Wasser Bern (ewb) angeschlossen. Die Wärmeversorgung erfolgt erneuerbar und CO₂-arm. Auf den Dächern produzieren Photovoltaikanlagen Strom für den Eigenverbrauch. So entsteht ein energieeffizientes Quartier mit moderner, nachhaltiger Energieversorgung, das zur Verminderung des städtischen Energieverbrauchs beiträgt.

Im Planungsgebiet bleiben geschützte Naturstrukturen weitgehend erhalten. Die Wildhecken entlang des Asylwegs und der Riedbachstrasse werden geschützt oder – falls Teilrodungen nötig sind – mit einem ökologischen Ersatzfaktor von 1,25 kompensiert. Auch der Standort der geschützten Orchideenart Bocks-Riemenzunge (Himantoglossum hircinum) bleibt erhalten. Mit der neuen Begrünung, der Baumallee entlang der Riedbachstrasse und artenreichen Freiräumen entsteht ein ökologisch aufgewertetes Umfeld.

Beim Rückbau der bestehenden Bauten aus den 1960er-Jahren steht ein sorgfältiger Umgang mit Ressourcen und Umwelt im Vordergrund. Alle Materialien werden auf Schadstoffe wie Asbest, PCB oder Chrom VI überprüft. Belastete Bauteile werden fachgerecht entfernt und entsorgt, unbelastete Materialien sortenrein getrennt und möglichst wiederverwertet. Damit lassen sich wertvolle Rohstoffe im Kreislauf halten, und die graue Energie – diese Energie, die in bestehenden Materialien steckt – wird genutzt. Auch beim Aushub wird auf umweltschonende Verfahren gesetzt, da das Material nach aktuellem Stand unbelastet ist. So verbindet das Projekt von Anfang an Sicherheit, Nachhaltigkeit und Ressourceneffizienz.

Freiraum und Gestaltung

Die Freiräume verbinden die neuen Gebäude zu einem zusammenhängenden Ganzen; zwischen den Baukörpern entstehen grosszügige, begrünte Freiflächen. Der Quartierplatz beim Mittelweg bildet das Herzstück des Arealteils West – ein Ort für Begegnung, Spiel und Aufenthalt und Verbindungselement zwischen der Parkanlage Brünngut und dem Tscharnergut. Damit entsteht eine neue, durchgängige Ost-West-Achse für Fussgängerinnen. Entlang der Riedbachstrasse und des Asylwegs sorgen Baumreihen, Wildhecken und Versickerungsflächen für Schatten, Frische und ökologische Vielfalt. Auf den Dächern ergänzen gemeinschaftliche Terrassen und Gärten das Freiraumangebot.

Die Riedbachstrasse erhält den Charakter einer grünen Promenade, dank einer Allee mit gross- und mittelkronigen Bäumen. Vorzonen und Plätze werden entsiegelt und begrünt. Diese Gestaltung unterstützt zudem die Frischluftzirkulation in der Dichte des Stadtgefüges. Am Asylweg sorgen dichte Baumpflanzungen und Grünstreifen für eine natürliche Abgrenzung zu den bestehenden Einfamilienhäusern.

Die abwechslungsreiche Freiraumgestaltung fördert Begegnung, Bewegung und Erholung. Gemeinschaftsgärten, Spielbereiche und Schattenplätzchen bieten für alle Bedürfnisse etwas. Balkone, Dachterrassen und kleine Pavillons erweitern den privaten und gemeinschaftlichen Wohnraum ins Freie. Gleichzeitig bleibt der Freiraum klar gegliedert: Öffentliche Flächen sind offen und belebt, halböffentliche Zonen bieten Rückzug, private Bereiche schaffen Intimität. So entsteht ein Miteinander von Dichte, Grün und sozialem Leben.

Mobilität

Das «Zentrum Bethlehem» liegt an einer bereits heute gut erschlossenen Lage im Westen Berns. Tram, Bus und Bahn binden das Gebiet eng an die Innenstadt an; dank kurzen Distanzen, breiten Trottoirs und sicheren Veloverbindungen sind alle Ziele gut zu Fuss oder per Velo erreichbar. Das Projekt nutzt diese Ausgangslage konsequent und setzt auf eine umweltfreundliche, zukunftsgerichtete Mobilitätsstrategie mit reduziertem Parkplatzangebot und zahlreichen Veloabstellplätzen. Alle Zugänge sind hindernisfrei gestaltet und verknüpfen das Zentrum mit den angrenzenden Quartieren. Über den wenige Minuten entfernten Autobahnanschluss Bern-Brünnen (A12) ist das Areal zudem direkt an das übergeordnete Strassennetz angebunden; die Zufahrt erfolgt wie bisher über die Riedbachstrasse.

Fuss- und Veloverkehr spielen im Mobilitätskonzept die zentrale Rolle. Zwischen Brünnengut, Zentrum Bethlehem und Tscharnergut entsteht eine neue, durchgehende Verbindung entlang des Mittelwegs. Diese Achse wird sicher und übersichtlich gestaltet, mit klarer Priorität gegenüber dem motorisierten Verkehr, etwa durch eine angehobene Fahrbahn im Bereich des Übergangs über die Riedbachstrasse. Breite, hindernisfreie Trottoirs und direkte Verbindungen erleichtern den Zugang zu allen Gebäuden. Rund 1’200 fahrend erreichbare Veloabstellplätze – mindestens ein Platz pro bewohntem Zimmer und vorgesehener Ausbaureserve auf 1.5 Plätze pro Zimmer – fördern den Umstieg auf das Velo im Alltag bei Bewohnenden und Kund:innen. Anschlüsse an bestehende Velorouten, überdachte Abstellanlagen und kurze Wege zu ÖV-Angeboten ergänzen das Angebot. Die Station Holenacker ist mit der Tramlinie 8, der Buslinie 27 und dem Moonliner 88 erschlossen und direkt vor dem Areal, der Bahnhof Bümpliz Nord ist rund 750 Meter entfernt.

Nein. Trotz einer deutlichen Verdichtung des Areals durch Bevölkerungs- und Beschäftigtenwachstum kann das Fahrtenaufkommen gegenüber dem heutigen Bestand gesenkt werden, weil das Mobilitätskonzept auf eine konsequente Verlagerung auf den öffentlichen Verkehr sowie den Fuss- und Veloverkehr setzt sowie eine substanzielle Reduktion des öffentlich zugänglichen Parkplatzangebots für die Verkaufsnutzungen vorgenommen wurde. Die Reduktion der maximalen durchschnittlichen Fahrtenzahl pro Tag (DTV) von heute rund 1’990 auf 1'652 Fahrten (exkl. betriebsnotwendiger Fahrten) ist im Mobilitätskonzept verbindlich vorgeschrieben (inkl. Monitoring und Wirkungskontrolle). Damit erfüllt das Projekt die Vorgabe des Masterplans «Chantier Bethlehem West», wonach die Funktionalität der umgebenden Erschliessungsstrassen auch mit weiteren Arealverdichtungen gewährleistet bleiben muss.

Die Überbauungsordnung und das Mobilitätskonzept legen in Abhängigkeit der angestrebten künftigen Nutzungen die Höchstzahl zulässiger Abstellplätze für Motorfahrzeuge fest. Aktuell wird gesamthaft im «Zentrum Bethlehem» von ca. 247 unterirdischen Autoabstellplätzen (exkl. betriebsnotwendige Parkplätze) und 4 oberirdischen Kurzzeitabstellplätzen ausgegangen. Die Zufahrt erfolgt ausschliesslich über die Riedbachstrasse, um den Durchgangsverkehr in den umliegenden Quartieren zu reduzieren. Für die insgesamt 230 geplanten Wohnungen sind etwa 50 - 55 Parkplätze (inkl. Besuchende und Carsharing) vorgesehen, was max. 0.24 Parkplätzen auf eine Wohnung entspricht. Für die Einkaufenden werden somit rund 120 Parkplätze bereitgestellt, was etwa 70 weniger sind als heute. Die bisherigen Parkplätze für Kundinnen waren kostenfrei mit Zeitbeschränkung (blaue Zone). Künftig müssen diese ab der ersten Minute bewirtschaftet werden. Auf eine Bezifferung der Gebühren zum jetzigen Zeitpunkt wird verzichtet, da aktuell nicht vorausgesagt werden kann, welcher Preis bei Fertigstellung des Projekts markt- und quartierüblich ist und damit die entsprechende Lenkungswirkung hat.

Nächste Schritte

Voraussichtlich im November 2026 erfolgt die städtische Urnenabstimmung über die Überbauungsordnung «Zentrum Bethlehem». Im Zuge dieser Beschlussfassung wird von den zuständigen Organen auch über die mit dem Projekt verbundenen Land- und Baurechtsgeschäfte entschieden, insbesondere über den vorgesehenen Grundstückstausch zwischen der Stadt Bern und der Genossenschaft Migros Aare sowie die Baurechtsabgaben an BAND und die Baugenossenschaft Brünnen- Eichholz sowie den Erwerb des Bestandesgebäude der BAND. Wird die Vorlage angenommen und später das Baugesuch bewilligt, kann die Realisierung frühestens Mitte 2029 starten.

Die aktuellen Bestimmungen bleiben in Kraft. Damit geht die Chance verloren, ein Berner Stadtquartier nachhaltig aufzuwerten und den vorhandenen Raum effizienter zu nutzen.