Mit dem Zentrum Bethlehem entsteht im Westen Berns ein lebendiges Quartierzentrum, das Wohnen, Arbeiten, Einkaufen und Begegnung beispielhaft verbindet. Das Areal liegt zwischen Tscharnergut und Brünnengut, in einem bestehenden Quartier mit guter ÖV-Erschliessung. Tram, Bus und Bahn binden das Gebiet eng an die Innenstadt an. Kurze Wege, breite Trottoirs und sichere Veloverbindungen erleichtern den Zugang zu Fuss oder per Velo.

Standort

Ein Zentrum für das Quartier
Die Entwicklung nutzt die vorhandene Infrastruktur konsequent und gibt dem Stadtteil ein klares Zentrum. Der neue Quartierplatz bildet das Herzstück des Areals und wird zum Bindeglied zu den bestehenden Siedlungen. Er schafft Orientierung, fördert die Vernetzung und verbindet die umliegenden Wohn- und Grünräume zu einem harmonischen Ganzen. So wird das Zentrum Bethlehem zu einem zentralen Impulsgeber für die Weiterentwicklung der umliegenden Quartiere.
Distanzen
Die Lage


Nachhaltige Stadtentwicklung auf bestehendem Boden
Das «Zentrum Bethlehem» ist ein zentraler Baustein des Masterplans für den Chantier Bethlehem West. Das Projekt zeigt, wie nachhaltige Innenentwicklung gelingt: dichter, vielfältiger und ökologisch vorbildlich.
Fragen & Antworten
Auf den Grundstücken an der Riedbachstrasse 8, 9, 10 und 12, wo heute die Migros, mehrere Detailhändler, eine Apotheke und die Band-Genossenschaft (BAND) zu finden sind, entsteht ein neues, lebendiges Zentrum. Die Projektverantwortlichen – Stadt Bern, Genossenschaft Migros Aare, Baugenossenschaft Brünnen-Eichholz und die BAND – beabsichtigen eine Entwicklung, die mehrheitlich preisgünstige und genossenschaftliche Wohnungen mit attraktiven Aussen- und Grünbereichen und weiterhin verschiedenen Einkaufs- und Gewerbeflächen kombiniert. Es entstehen zudem neue vernetzte, klimaaktive und multifunktionale Freiräume mit hoher Aufenthaltsqualität für Bewohnende und die Quartierbevölkerung.
Das Projekt soll mehrere Bedürfnisse beispielhaft erfüllen: die Sicherung der lokalen Quartierversorgung, die Bereitstellung von dringend benötigtem preisgünstigem und gemeinnützigem Wohnraum, die Schaffung von Arbeitsplätzen für Menschen mit Beeinträchtigung, die Verdichtung an gut erschlossener Lage und die Stärkung der Verbindung zwischen den umliegenden Quartieren.
Der Neubau des Migros-Supermarkts und zusätzlicher Einkaufsnutzungen sichert langfristig eine umfassende Nahversorgung des Quartiers. Neben neuen, gesamthaft rund 230 Wohnungen werden rund 500 Arbeitsplätze angeboten. Darunter etwa 400 Arbeitsplätze der BAND, die Menschen mit Beeinträchtigung in den Arbeitsmarkt integriert. Durch die neu unterirdische Anordnung der grossen Detailhandelsflächen können trotz baulicher Verdichtung des Areals öffentliche Freiräume zwischen den Gebäuden entstehen und eine neue wichtige Verbindung zwischen der Parkanlage Brünnengut und der Überbauung Tscharnergut geschaffen werden.
Damit erhält das «Zentrum Bethlehem» eine besondere Prägung: Es verbindet Wohnen, Arbeiten und Einkaufen an einem Ort, fördert Teilhabe und Inklusion im Alltag und schafft eine bessere Vernetzung im Quartier.
Das Projekt stellt einen wichtigen Baustein für die Umsetzung der langfristigen räumlichen Entwicklungsstrategie der Stadt Bern für das Quartier dar und setzt die Ziele und Vorgaben des Stadtentwicklungskonzepts Bern (STEK 2016) sowie des Masterplans Chantier Bethlehem West um. Der 2020 vom Berner Gemeinderat als behördenverbindlich verabschiedete Masterplan bildet dabei die zentrale Grundlage für alle Teilentwicklungen in Bethlehem West – damit auch für das vorliegende Projekt – und legt fest, wie sich das ganze Gebiet in den kommenden Jahren in den Bereichen Bebauung, Frei- und Sozialraum, Verkehr, Mobilität und Energie- und Wärmeversorgung gesamthaft entwickeln und weiter an Lebensqualität gewinnen soll.
Das «Zentrum Bethlehem» liegt an zentraler Lage im Westen der Stadt Bern, ist schon heute hervorragend mit dem Fuss- und Veloverkehr als auch dem öffentlichen Verkehr erschlossen und weist aktuell nur eine geringe bauliche Dichte sowie mehrheitlich monofunktionale Nutzung auf. Das Gebiet ist entsprechend auch im Regionalen Gesamtverkehrs- und Siedlungskonzept Bern-Mittelland als Umstrukturierungs- und Verdichtungsgebiet von regionaler Bedeutung ausgewiesen. Das geplante Projekt erfüllt mit seiner baulichen Dichte und Nutzungsvielfalt das Gebot der Siedlungsentwicklung nach innen bestmöglich: Neuer und zusätzlicher Wohn- und Arbeitsraum entsteht nicht auf einer unbebauten Fläche am Stadtrand, sondern an einem Ort, wo bereits Infrastruktur vorhanden ist. So werden Ressourcen und Boden geschont, Wege verkürzt, neue Freiräume geschaffen und bestehende Quartierstrukturen gestärkt.
Um die im Stadtentwicklungskonzept Bern (STEK 2016) und Masterplan Chantier Bethlehem West festgelegten städtischen Entwicklungsziele umzusetzen, ist aus baurechtlicher Sicht eine Nutzungsänderung notwendig. Die Stadt Bern hat sich zusammen mit den Projektträgerinnen daher entschieden, für das Areal eine Überbauungsordnung nach Art. 88 Baugesetz zu erarbeiten. Mit einer Überbauungsordnung kann nebst der Nutzung auch die Freiraumgestaltung und die städtebauliche Qualität des Bauvorhabens sichergestellt werden.
Genossenschaft Migros Aare
Die Genossenschaft Migros Aare gehört zu den regionalen Genossenschaften der Migros-Gruppe und ist im Wirtschaftsraum Bern, Aargau und Solothurn tätig. Sie betreibt ein breites Netz an Supermärkten sowie Fachmärkten und engagiert sich darüber hinaus in den Bereichen Gastronomie, Bildung und Freizeit. Als genossenschaftlich organisiertes Unternehmen steht sie für eine nachhaltige, verantwortungsbewusste Versorgung der Bevölkerung mit qualitativ guten Produkten zu fairen Preisen. Mit ihren Standorten ist die Migros Aare ein wichtiger Nahversorger und Arbeitgeber in der Region. Im Rahmen der Arealentwicklung Zentrum Bethlehem wird der bestehende Migros-Supermarkt durch einen Neubau ersetzt und durch weitere Retail-Angebote sowie Wohnnutzungen ergänzt. Der neue Standort gewährleistet die Quartierversorgung und entwickelt das Angebot zeitgemäss weiter.
Genossenschaft Migros Aare
Band-Genossenschaft
Das Unternehmen BAND ist als Genossenschaft im Mehrheitsbesitz der Mitarbeitenden organisiert und setzt sich seit über 80 Jahren für die Integration von Menschen mit einer gesundheitlichen oder sozialen Beeinträchtigung in die Arbeitswelt ein. Sie beschäftigt rund 1000 Menschen an fünf Standorten. Davon arbeiten über 415 Mitarbeitende an geschützten Arbeitsplätzen. Rund 200 Klientinnen und Klienten befinden sich in einer beruflichen Abklärung oder Wiedereingliederung. Weiter werden circa 150 Lernende beschäftigt. Die BAND möchte ihren Betrieb weiterentwickeln und einen Teil auf das Entwicklungsareal Zentrum Bethlehem verlegen und dort rund 400 Arbeitsplätze anbieten.
Band-Genossenschaft
Baugenossenschaft Brünnen-Eichholz
Die Baugenossenschaft Brünnen-Eichholz wurde 1955 gegründet. Als professionell geführte, gemeinnützige Genossenschaft, verwurzelt in und gewachsen aus dem Berner Westen, setzt sie sich seither für die Erstellung und Vermietung von qualitativ gutem Wohn- und Lebensraum zu preisgünstigen Mieten ein. Mit ihren rund 2’000 Wohnungen zählt sie zu den grössten Wohnbaugenossenschaften der Stadt Bern. Ein grosser Teil ihrer Wohnungen liegt in den Quartieren Tscharnergut, Gäbelbach, Fellergut, Kleefeld, Brünnen, Holligen und Weissenstein-Neumatt. Der Fonds für Boden- und Wohnbaupolitik der Stadt Bern ist an der Baugenossenschaft Brünnen-Eichholz beteiligt.
Baugenossenschaft Brünnen-Eichholz
Fonds für Boden- und Wohnbaupolitik der Stadt Bern (Fonds)
Die Liegenschaften des Finanzvermögens der Stadt Bern befinden sich grösstenteils im Fonds für Boden- und Wohnbaupolitik. Er hat zur Aufgabe, Grundstücke für den Wohnungsbau zu erwerben, den Wohnungsbau zu fördern und Spekulation und Preissteigerung zu bekämpfen. Er bewirtschaftet über 2'500 Wohnungen. Der Fonds wird als Gemeindeunternehmen mit Sonderrechnung durch eine Betriebskommission geführt und muss eine nachhaltige Rendite abwerfen. Er ist die künftige Baurechtsgeberin des BAND und der Baugenossenschaft Brünnen-Eichholz.
Fonds für Boden- und Wohnbaupolitik der Stadt Bern (Fonds)
Der Planungsprozess erfolgte schrittweise unter Einbezug der Bevölkerung und ist bereits weit fortgeschritten. Ab Mitte 2018 hat die Stadt Bern ein Studienauftragsverfahren für das gesamte «Chantier Bethlehem West» durchgeführt und darauf aufbauend den behördenverbindlichen Masterplan erarbeitet, der vom Gemeinderat im März 2020 verabschiedet wurde. Quartierorganisationen, Verbände und Parteien sowie weitere Grundeigentümerschaften waren in den gesamten Prozess eng einbezogen und konnten dabei ihre Anliegen einbringen. Der Masterplan dient anschliessend 2022 als planerische Grundlage für einen Studienauftrag nach SIA-Ordnung 143 im selektiven Verfahren mit fünf Planungsteams für das «Zentrum Bethlehem», den das Team des Berner Architekten Rolf Mühlethaler in Zusammenarbeit mit extra Landschaftsarchitekten (ebenfalls aus Bern) und weiteren Fachbüros gewann. Vertreter:innen von Quartierorganisationen sowie die Nachbarschaft wurden auch in diesem Verfahrensschritt von den Projektträgerinnen miteinbezogen. Auf Grundlage des Masterplans und der Ergebnisse des Studienauftrags erstellte die Stadt Bern den Entwurf der Überbauungsordnung «Zentrum Bethlehem» und führte das vorgegebene Planerlassverfahren durch. Die Überbauungsordnung wurde Anfang 2026 öffentlich aufgelegt, Einsprachen gegen das Vorhaben gab es dabei keine, und voraussichtlich im November 2026 wird die Bevölkerung der Stadt Bern an der Urne darüber abstimmen.