Das Zentrum Bethlehem entsteht im direkten Umfeld gewachsener Siedlungen und nimmt deren Charakter sorgfältig auf und integriert sich. Das östlich angrenzende Tscharnergut gilt als architektonisch und sozialhistorisch bedeutende Grosssiedlung der Nachkriegszeit.

Nachbarschaft

Ein lebendiger Nutzungsmix für Bethlehem
Die Entwicklung folgt dem Gedanken einer durchmischten Stadt: Wohnen, Gewerbe, Einkauf und soziale Nutzungen ergänzen sich auf engem Raum und beleben das Quartier. Der Migros-Supermarkt bleibt in neuer Form erhalten und sichert gemeinsam mit neuen Gewerbeflächen die langfristige Nahversorgung des Quartiers.

Freiräume, die verbinden
Zwei höhere Gebäude setzen städtebauliche Akzente und verleihen dem Zentrum eine klare Identität. Ihre Anordnung sorgt dafür, dass grosszügiger Freiraum zwischen den Gebäuden geschaffen werden kann. Es entstehen vernetzte Grün- und Aufenthaltsbereiche, die das Quartier verbinden, Schatten spenden und zum Verweilen einladen. So fügt sich das «Zentrum Bethlehem» harmonisch in sein Umfeld und schafft zugleich neue, offene Orte für das alltägliche Leben im Westen Berns.
Fragen & Antworten
Ja. Die Stadt Bern stimmt die Entwicklung des Zentrum Bethlehem mit der Schulraumplanung ab. Zu rechnen ist voraussichtlich mit rund 110 zusätzlichen Kindern im Quartier, die frühestens ab dem Schuljahr 2030/31 in den Kindergarten oder in die Schule eintreten. Diese Kinder finden Platz in den bestehenden Volksschulen Tscharnergut, Brünnen, Gäbelbach und Bethlehemacker. Die Schulpavillons Brünnen stehen als Reserve zur Verfügung und sichern den notwendigen Spielraum für künftige Anpassungen. Sofern im Quartier zum Zeitpunkt der Realisierung des Zentrums Bethlehem oder später zusätzlicher Bedarf für KITA-Plätze sowie weitere Betreuungsangebote besteht, können entsprechende Räumlichkeiten in den Arealen bereitgestellt bzw. Angebote geschaffen werden. So bleibt die Versorgung mit Schul- und Betreuungsangeboten auch nach der Realisierung der neuen Wohnbauten gewährleistet.
Der Genossenschaft Migros Aare ist es ein besonderes Anliegen, auch während der Bauphase die Versorgung mit Gütern des täglichen Bedarfs im Quartier sicherstellen zu können. Aktuell finden entsprechend Gespräche mit Grundeigentümern von nahen Parzellen statt, um ein Provisorium für einen Migros-Supermarkt während der Bauzeit zu ermöglichen. Weitere Informationen folgen zu gegebener Zeit.
Das Projekt sieht eine kompakte, aber ausgewogen gegliederte Bebauung mit mehreren mehrgeschossigen Gebäuden vor. Die beiden Gebäude mit zehn Vollgeschossen auf dem Arealteil West bilden städtebauliche Akzente und geben dem Quartier eine klare Identität. Die übrigen Gebäude bleiben niedriger und fügen sich ebenfalls in die Umgebung ein. Die freistehende Anordnung der Baukörper macht das Areal insgesamt hell und durchlässig.
Die Gebäude sind so angeordnet, dass trotz ihrer Höhe keine übermässige Beschattung von angrenzenden Wohnbauten entsteht. Sie lassen grosszügige Abstände und Durchgänge offen. Die umliegenden Freiräume werden gut besonnt und durchlüftet. Insgesamt gewährleistet die neue Anordnung die Lichtverhältnisse im Quartier und stärkt die räumliche Offenheit.
Das «Zentrum Bethlehem» liegt in einem städtebaulich sensiblen Umfeld, das teilweise unter Denkmalschutz steht. Das an das Areal Ost angrenzende Tscharnergut gilt als architektonisch und sozialhistorisch bedeutende Grosssiedlung der Nachkriegszeit und unterliegt dem Erhaltungsziel A des Bundesinventars der schützenswerten Ortsbilder (ISOS). Die Projektverantwortlichen arbeiten mit der Denkmalpflege zusammen und achten darauf, dass neue Bauten die Struktur und den Charakter dieses Ensembles respektieren und zugleich eine städtebauliche Weiterentwicklung ermöglichen. Für eine sorgfältige Annäherung an den Tscharnergut-Charakter bürgt die Erfahrung des Architekten Rolf Mühlethaler, der vor rund zehn Jahren an einer Sanierung im Tscharnergut beteiligt war. Für das bestehende Einkaufszentrum Bethlehem, eine typische Anlage der 1960er-Jahre, bestehen keine Erhaltungsziele.
Während der Bauphase sind Beeinträchtigungen für die Anwohnenden und die Quartierbevölkerung unvermeidbar. Dazu zählen vorübergehender Lärm, Staub, Einschränkungen bei der Verkehrsführung und mögliche Änderungen bei Zugängen zu öffentlichen und privaten Bereichen. Die Projektverantwortlichen sind sich dieser Belastungen bewusst und werden verschiedene Schutz- und Informationsmassnahmen umsetzen, um die Auswirkungen möglichst gering zu halten. Dazu gehören beispielsweise zeitliche Beschränkungen und Konzentration lärmintensiver Arbeiten, die konsequente Umsetzung von Staubbindungs- und Emissionskontrollen sowie die frühzeitige Information über wesentliche Bauphasen. Eine gute Baustellenlogistik und Verkehrsführung wird zudem in Absprache mit den städtischen Stellen gewährleistet werden, um Behinderungen im öffentlichen Verkehrsraum möglichst zu minimieren. Zusätzlich wird es Anlaufstellen für Anwohnerinnen und Anwohner geben, die während der Bauzeit als Ansprechpartner dienen und bei Problemen oder Fragen unterstützen. Insgesamt ist damit zu rechnen, dass die temporären Beeinträchtigungen zwar spürbar, jedoch durch geeignete Massnahmen – wie beispielsweise der Holz-Hybridbauweise – und eine transparente Kommunikation begrenzt werden, sodass die Lebensqualität im Quartier während der Bauzeit bestmöglich erhalten bleibt.